4. Kuratoriumssitzung, Sommer 2008
afwn im Zentrum der Nürnberger Wirtschaft:
zu Gast bei Wirtschaftsreferent Dr. Roland Fleck
Dr. Roland Fleck, Wirtschaftsreferent der Stadt Nürnberg, hatte das Kuratorium des afwn ins Nürnberger Wirtschaftsrathaus eingeladen. Der Gedankenaustausch galt dem Zusammenwirken von Stadt, der im afwn vertretenen Unternehmen und des Fachbereiches Wirtschaftswissenschaften der ReWi-Fakultät.
Theophil Graband, Präsident des afwn-Kuratoriums (rechts): „Ein Dankeschön an die Arbeit des Vorstandes, vor allem dass es gelungen ist, den Kreis der Sponsoren und Mitglieder zu erweitern!“.
Links: afwn-Vorstandsvorsitzender Dr. Michael Seyd
Dr. Fleck, selbst Alumnus der Fakultät, zeichnete ein lebendiges Bild der noch jungen Institution Wirtschaftsrathaus und skizzierte mit den Leitlinien der städtischen Wirtschaftspolitik die Schwerpunkte seiner Arbeit unter dem Aspekt der Wirtschaftsförderung. Damit verbunden ein Ausblick auf den Großraum der Europäischen Metropolregion Nürnberg.
Fakultätsmarketing
Gastgeber Dr. Roland Fleck: „Erfolgreicher Strukturwandel mit ´vier i`: Image, Infrastruktur, Investitionen und Innovationen“
Den Anstoß, bei diesen Schritten über die Stadtgrenzen hinaus auch den Universitätsstandort Nürnberg einzubinden, wünschte sich Hans-Peter Schmidt, Vorsitzender des Aufsichtsrates der NÜRNBERGER Beteiligungs-Aktiengesellschaft, am Beispiel der Fertigstellung der Autobahn A6 nach Prag. Bei der wirtschaftlichen Annäherung an diese Region empfahl er die Aktivierung der Partnerschaft mit Prag gerade auch im universitären Bereich.
Markenbildung Fachbereich
Von Vopelius (links): „Wir brauchen einheitliche Begriffsregelung zur Abrundung eines Markenbildes: Wir haben Uni Erlangen-Nürnberg, wir haben ReWi-Nürnberg, wir werden noch als WiSo zitiert und wir haben eine Internetadresse Uni-Erlangen.“ Rechts: Dr. Klaus Küber
Nach dem Praxis-Szenario der regionalen Wirtschaft gab Dekan Prof. Dr. Michael Amberg Einblick in die aktuelle Dynamik der Lehre und Forschung.
Wie sehr haben doch Begriffe aus dem Lehrstoff zu Unternehmensführung mittlerweile die moderne Universitätsverwaltung selbst eingeholt! Begriffe wie Masterplan und Zielvereinbarung, Wettbewerb und Erfolgsdruck dominieren. Die Verantwortung der Fakultätsleitung für den Stellenwert des eigenen Hauses in der Bildungslandschaft hat eine neue Dimension erreicht. Zu Recht deshalb die Anregung des Dekans, die Alleinstellungsmerkmale des Fachbereiches stärker hervorzuheben und sie in eine Markenbildung einzubinden.
In diesem Zusammenhang gilt es, gerade auch den Unternehmen der Region aufzuzeigen, welche Ausbildungsinhalte „vor Ort“ vermittelt werden. Denn die Frage „Was braucht der Markt?“ kann nur im offenen Dialog aller Beteiligten beantwortet werden.
„Dem Arbeiten an der Außenansicht“, so Dr. Klaus Küber, kommt große Bedeutung zu. Schon der frühere WiSo-Fakultätsbund, so Küber weiter, „hatte als Förderer des Zusammenwirkens von Wissenschaft und Wirtschaft dem Aspekt der Urbanität stets hohen Stellenwert eingeräumt“. TeamBank-Chef Theophil Graband, Kuratoriumspräsident des afwn, bestätigt die Bedeutung dieser Sichtweise und sichert der Fakultät im Namen der und für die im Kuratorium vertretenen Firmen Unterstützung zu, den – noch zu definierenden – Markenkern als Botschaft nach außen zu tragen und „emotional umzusetzen, so dass es auch bei den Leuten ankommt“.
Master vor Bachelor?
Hans-Peter Schmidt (rechts): „Die Wirtschaft wird den Master verlangen.“ Links: Wolfgang Graf zu Castel-Castell
Spricht man von Marke und Wert der Ausbildung, ist man schnell bei der Gewichtung des neuen Abschlusses Bachelor. Es herrscht, wie Prof. Dieter Kempf, Vorstandsvorsitzender der DATEV eG, einräumt, Unsicherheit bei den Unternehmen, mit welchem Wissensstand die Abgänger kommen. Zum jetzigen Zeitpunkt, so Kempf, „wird von beiden Seiten ein Stück Nonchalance gefordert sein“, und man solle „einem Bachelor, der hätte noch zwei Jahre weitermachen sollen, die Chance geben, dies berufsbegleitend zu tun.“ Man müsse hier „einfach mit der Uni zusammen ein berufsbegleitendes Programm entwickeln“.
Einstiegsassessments
Ein dringlicheres Problem, so Prof. Kempf, ist der „nicht geradlinige Einstieg ins Studium: „Wir merken es an bestimmten Studienrichtungen, wo wir enorme Starterzahlen haben, nach den Anfangssemestern aber eine hohe Abbruchrate. Damit tut man Uni und Wirtschaft keinen Gefallen, da ein Fachwechsel immer auch ein höheres Abgangsalter bedeutet.“ „Ist es da nicht sinnvoll,“ fragt Kempf weiter, „ wenn Unternehmen den Studienanfängern so genannte Einstiegsassessment-Center anbieten“, die aus Unternehmenssicht die Berufe hinter einer gewählten Fachrichtung zeigen? „Das Ziel“, so die Forderung, „soll bessere Selektionsmöglichkeit sein, als wir sie heute haben.“
Kultur-Kompetenz mit „Vivace“
Dekan Prof. Dr. Michael Amberg (rechts): „Kulturelle Bildung formt die Persönlichkeit.“ Links: Prof. Dieter Kempf
Einen gänzlich neuen Aspekt des Zusammenwirkens der Fakultät und der Stadt mit ihren Unternehmen stellte Dekan Amberg vor: Vivace – Ein Programm für Wirtschaftswissenschaftler in der Metropolregion zur Steigerung der Kulturkompetenz und des sozialen Engagements.
Ziel dieses Projektes soll die Förderung der Kultur-Kompetenz unter den Studenten sein, sowie die dazu erforderliche Bereitstellung einer Plattform. Im Kuratorium war man sich schnell einig, dass in die Realisierung dieses mit Neugier begrüßten Konzeptes das Kulturreferat der Stadt eingebunden werden soll.
3 x Fazit
Somit ist einer der „Arbeitsaufträge“ an Kuratorium und Vorstand, das Projekt „Vivace“ zu konkretisieren – idealerweise in Abstimmung mit Kulturreferentin Prof. Dr. Julia Lehner. Weitere Hausaufgaben sind die Verfolgung des Marken-Gedankens zum Fachbereich Wirtschaftswissenschaften und Überlegungen zum Einstiegsassessment-Center für Studienanfänger.
Ein starkes Pensum bis zur nächsten Kuratoriumssitzung bei Hans-Peter Schmidt bei der NÜRNBERGER!